Ein Drama aus Fernost, in fünf Akten

Erster Akt.

Es trug sich zu an einem eher tristen, wolkenverhangenen Tage. Acht Austauschstudenten traten die Reise an’s andere Ende der Insel an, auf welcher sie sich zu Ihrem Abenteuer Ãœbersee zum Studium einfanden. Auf dem Weg zum Reiseziel wurden allerlei Besorgungen gemacht, damit die Kosten zur Sicherung des leiblichen Wohls nicht übermäßig werden. Letztlich am Ziel angekommen, teilten sich die acht Freunde in zwei Ferienhäuser auf. Vier Jungs (2 Chinesen, 1 Deutscher, 1 Schwede) in’s eine, 3 Mädels (1 Belgierin, 1 Tschechin, 1 Neufundländerin) und ein weiteres Männchen (deutsch seines Zeichens) in’s andere. Alle begannen direkt mit dem Verstauen aller Utensilien und nach einem gemeinsamen Abendbrot gingen alle zufrieden in’s Bett.

Zweiter Akt.

Am nächsten Morgen waren allesamt gespannt, was nun wohl dieser Tag bringen würde. Es war wunderschönes Wetter, die Häuser befanden sich unmittelbar an einer Bucht am offenen Meer. Sanfter Nebel schmückte die Häuser des friedlichen, kleinen Dorfes, als der Schwede beschloss einen kleinen Spaziergang zu unternehmen, um die Gegend etwas zu erkunden. Der Deutsche aus dem Jungen-Haus war unterdessen dabei seine Morgentoilette zu erledigen und sich für den Tag zu richten. Unterdessen wurden die Chinesen hungrig. Nachdem diese am vorherigen Tag bereits gelernt hatten, wie man Dosen mit einem Dosenöffner öffnet, wurden sie so mutig sich selbst daran zu versuchen, ein paar Nudeln zu kochen um den Tag gestärkt zu beginnen.

Dritter Akt.

Als der Deutsche seine morgendlichen Maßnahmen zur Körperhygiene beendete, hörter er ein seltsam penetrantes akustisches Signal. Er verließ das Badezimmer und war leicht verduzt von dem, was er daraufhin erblickte. Dichter Rauch war überall im Ferienhaus, einer der Chinesen saß in seinem Zimmer vor seinem Laptop, der andere versuchte unterdessen den Feuermelder-Alarm auszuschalten. Währenddessen stieg weiterhin dichter Rauch aus dem Backofen empor, was die Chinesen nicht weiter zu stören schien. Mehrere Kochplatten glühten rot ohne dass sich ein Topf auf Ihnen befand und der Backofen lief ebenfalls auf über 200 °C.

Vierter Akt.

Zu diesem Zeitpunkt kehrte der Schwede wieder von seinem Spaziergang aus der schönen Morgenluft zurück. Eigentlich wollte er nun ein Brot aus dem Backofen holen, wo er es gestern mit Chips und anderen Leckereien verstaut hatte, da nirgendswo anders mehr Platz war in den Schränken. Als er dann jedoch den verwirrten Deutschen erblickte, der gerade aus dem Bad heraus kam und ihm einen verstörten Blick zuward, wurde ihm klar, dass nun wohl andere Dinge vorrang hatten. Er erblickte daraufhin direkt den rauchenden Backofen und den Chinesen, der am Feuermelder rumhantierte. Geistesgegenwärtig schaltete er sofort alle Kochplatten und den Backofen aus, nahm das Backblech mit den verkokelten Utensilien heraus und öffnete alle Fenster.

Fünfter Akt.

Der hungrige Chinese, der seelenruhig vor seinem Internet in seinem verrauchten Zimmer saß bekam nun auch etwas mit von dem Trubel um ihn herum. Er fragte sich eh schon, wann er endlich die Nudeln auf den Herd stellen könnte. Viel mehr interessierte ihn natürlich noch welche der Kochplatten nun tatsächlich an sind und wofür der große Schalter in der Mitte eigentlich da war, den er auf eine Zahl über 200 gestellt hatte. Als ihn der Schwede fragte, was er sich denn dabei gedacht hätte, den kompletten Herd und Ofen einfach an zu machen, war er natürlich etwas verduzt – er wollte ja nur ein paar Nudeln kochen. Auf die Frage warum der andere Chinese nicht die rauchenden Sachen aus dem Ofen holte, bevor er sich um das Ausschalten des Feueralarm kümmerte, war auch dieser etwas ratlos. Schließlich wusste er ja nicht wie man den Ofen öffnen kann.

Zur selben Zeit im anderen Haus waren gerade alle dabei ihr Frühstück zu genießen: Brot aus dem Regal mit etwas Marmelade aus dem Kühlschrank. Sie wunderten sich lediglich, wer zu dieser Zeit auf die Idee kommen würde, bereits den Grill anzuwerfen.

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